Heil - Sein:

Wege zur Freiheit

 

Absicht der nachstehenden Zeilen ist es, Menschen zu motivieren, Ihrem Weg in mehr Bewusstheit zu folgen - in dem Wissen, dass jede Getrenntheit eine Illusion ist und wir alle heil und ganz sind.

 

Ich, Rosmarie Garland, bin seit ca. 12 Jahren auf dem bewussten Weg zur Freiheit. Nachdem ich 1984 mein Studium in Germanistik und Psychologie abgeschlossen hatte, begann ich 1987 mit meiner Selbsterfahrung, die mich in Bereiche führte, von denen ich zuvor nur träumen konnte. Ich erfuhr, dass ich viel mehr bin als mein Körper, meine Gedanken oder meine Gefühle. Ich fing an zu verstehen, dass ich mir meine Welt aufgrund meiner Erfahrungen aufgebaut hatte.

Ich habe mich inzwischen zur REIKI-Lehrerin, zur Feuerlauf-Seminarleiterin, zur Reinkarnationstherapeutin und zum Enlightenment Intensive Master ausbilden lassen. Seit 1991 arbeite ich in eigener Praxis in Schiers/Schweiz.

Danken möchte ich vor allem meinen Lehrern Karl Everding, Dr. Morris Netherton und Lawrence Noyes, von denen ich viel Unterstützung in meinem Wachstum bekam und immer noch bekomme; aber auch all meinen SchülerInnen, die mir immer wieder zeigen, wo ich stehe und an welchen Punkten ich arbeiten darf, um weiterzugehen. Inspiriert wurde und werde ich auch durch die Kassetten und Bücher von Ram Dass, von Bert Hellinger und Chuck Spezzano.

Nachstehend ein Vortrag von mir:

 

Was uns verletzt und was uns heilt

Einleitung

Im Verlaufe unseres Lebens werden wir verletzt - von anderen Menschen, von Ereignissen und Umständen. Je nach Persönlichkeitstyp gehen wir unterschiedlich damit um: wir ignorieren oder überspielen diese Verletzungen oder wir resignieren.

Es gibt Wege, mit diesen Verletzungen umzugehen:

Auf der Ebene der Persönlichkeit können wir lernen, uns durch Selbst-Annahme zu heilen - zu erfahren, dass wir mit allem, was wir haben, in Ordnung sind.

Auf der Ebene der Beziehung können wir uns in unseren männlichen und weiblichen Teilen erfahren und wir können unseren Partner/unsere Partnerin in ihrer Andersartigkeit verstehen lernen und zur wirklichen Ergänzung finden.

Auf der Ebene des Familien- / Beziehungsnetzes gibt es die Möglichkeit, uns zu heilen, indem wir unseren eigenen Platz innerhalb des Systems finden und ihn einnehmen und indem wir anderen Mitgliedern unseres Systems diesen Platz auch gewähren.

Alle drei Ebenen sind miteinander verwoben - wenn wir uns auf der einen Ebene heilen, zieht dies meist eine Aenderung in den anderen beiden Bereichen mit sich.

Die Ebene der Persönlichkeit

Was uns als Persönlichkeit verletzt

Wir alle sind Menschen auf dieser Erde mit einer uns eigenen Persönlichkeit. Die Persönlichkeit ergibt sich aus vielen Faktoren: Es spielt u.a. eine Rolle, wo und wann wir auf die Welt kamen, wie wir erzogen wurden und was für Erbfaktoren uns mitgegeben wurde.

Generell werden wir da verletzt, wo unser „Lebensfluss", wenn er harmonisch fliesst, ins Stocken gerät.

Verletzen können uns „äussere” Ereignisse, z.B. der Tod eines geliebten Menschen. Es passiert dann etwas, was unser Weltbild zusammenbrechen lässt: in dem Falle können wir nicht mehr mit dem Menschen zusammensein, der uns wichtig war: wir ziehen uns zurück und trauern.

Verletzen können uns aber auch Erlebnisse, die uns tief drinnen treffen: Wir fühlen uns beispielsweise von Menschen nicht ernstgenommen, nicht geliebt, manchmal auch unverstanden.

Als Persönlichkeit hat jeder von uns einen Weg zu bewältigen. Manchmal scheint es uns einfach, diesen Weg zu gehen - manchmal möchten wir vor lauter Mühen auf diesem Weg aufgeben.

Wenn es uns einfach erscheint, sind wir oft in einer Lebensphase, in der wir „leicht" sind, sei es, dass wir einen Job haben, der uns erfüllt und uns Geld einbringt - sei es, dass wir mit Menschen zusammen sind, die wir mögen, lieben.

Wenn es uns mühsam erscheint, sind wir in einer Lebensphase, in der wir „schwer" sind, sei es, dass wir einsam, krank oder ohne Job sind - sei es, dass wir uns an unseren Freunden aus irgendeinem Grund nicht mehr freuen können. Es sind diese Phasen, die uns zusetzen. Phasen, in denen wir das Leid grösser als die Freude erfahren.

In jeder Lebensphase sind wir verletzbar - in der glücklichen trifft uns die Verletzung überraschend und unverhofft und führt nicht selten dazu, dass wir in eine schwere Phase hineinkommen - in der unglücklichen, leidvollen trägt sie oft dazu bei, dass wir vollends verzagen und aufgeben.

Woher kommt die Verletzung?

Als Kinder machen wir Erfahrungen, die uns prägen. Durch Erfahrungen, die nach unserem Dafürhalten schwierig oder leidvoll waren, fangen wir an, Dinge zu glauben, die sich für uns ab jetzt immer wieder bestätigen werden.

Nehmen wir an, ein kleines Mädchen baut glücklich mit seinem Vater Bauklötze auf und ist ganz vertieft in sein Spiel. Plötzlich kommt der grosse Bruder hinein, flüstert dem Vater etwas zu, worauf der Vater mit dem Sohn davonrennt, ohne sich um das kleine Mädchen zu kümmern. Das Mädchen fängt an, ab diesem Moment zu glauben, dass es, wann immer es ihm gut geht, verlassen wird. Dieser Glauben ist nun unbewusst gespeichert - d.h. die junge Frau kann als Erwachsene nicht verstehen, warum ihr Freund sie plötzlich verlässt - sie war doch so glücklich mit ihm.

Verletzungen basieren immer auf vergangenen Ereignissen.

Diese Ereignisse bilden bei uns unbewusste Glaubenssätze, nach denen wir fortan leben.

All diese Glaubenssätze basieren auf einem Missverständnis, das wir als kleine Kinder nicht verstehen konnten.

Das Missverständnis

Im oben genannten Fall ist es wahrscheinlich, dass das Mädchen ab diesem Erlebnis unbewusst glaubt, dass der Vater nicht wirklich da ist für sie. Vielleicht glaubt sie ab jetzt auch, dass der Bruder ihm wichtiger ist als sie selbst - und wahrscheinlich glaubt sie ab jetzt auch, dass sie es nicht wert ist, dass wichtige Menschen bei ihr bleiben.

Das Missverständnis ist, dass das Mädchen nicht verstehen kann, dass der Bruder hineingestürmt kam, um seinem Vater zu erzählen, dass er sah, wie die Mutter die Treppe hinuntergestürzt ist und der Vater und der Bruder hinausstürmten, um ihr helfen zu gehen. Weder Vater noch Bruder hatten die Absicht, das kleine Mädchen zu verlassen oder in irgendeiner Art zu verletzen.

Was uns auf der Persönlichkeitsebene heilt

Wenn wir davon ausgehen, dass unsere Verletzungen auf Missverständnissen beruhen, ist es einfach, einzusehen, dass wir uns heilen können, wenn wir dieses Missverständnis auflösen. Dazu gibt es verschiedene Wege:

  1. Wir finden unseren Glaubenssatz heraus, indem wir - meist mit Hilfe eines Therapeuten - in unser früheres Erleben zurückgehen und unsere Glaubenssätze, die unbewusst waren, ins Bewusste holen.

    Durch das Bewusstmachen der Ursprungsszene soll das Verständnis für uns, für unsere Geschichte wachsen.

  2. Wir „erahnen" unsere Glaubenssätze, indem wir unser aktuelles Leben anschauen und hinschauen, was uns immer wieder blockiert.

Jetzt beginnt der eigentliche Übungsweg: Es gilt, uns einerseits nicht übelzunehmen, dass wir nach diesen Glaubenssätzen leben und gelebt haben - mit anderen Worten, wir nehmen uns an, wie wir und unser Leben sind - und gleichzeitig beginnen wir den Glaubenssatz zu verändern - in dem Sinne, wie er uns ab jetzt dienen soll.

Wir können auch Schritte a) und b) auslassen und uns gleich „neue" Glaubenssätze kreieren.

Die junge Frau in obigem Beispiel könnte also üben, sich gern zu haben mit all den Dingen, die sie in ihrem bisherigen Leben mit „Beziehungen" hatte und gleichzeitig Glaubenssätze für sich kreieren, wie etwa: „Ich bin liebenswert und Menschen, die ich mag, bleiben gerne bei mir".

Der Konflikt

Beim Bilden von neuen Glaubenssätzen taucht bei uns oft ein Konflikt auf: Wie soll/kann ich etwas glauben, das nicht so ist?

Machen wir uns bewusst, dass der alte Glauben in uns festgebrannt ist und wir dieses Festgebrannte inzwischen wirklich glauben!

Wenn wir uns daran erinnern, dass die „aktuellen" Glaubenssätze auf einem Missverständnis basieren, fällt es uns vielleicht leichter, neue Glaubenssätze „einzuüben".

Dieses Wissen und das Wissen, dass wir die Wahl haben, unser Leben zu einem grossen Masse bestimmen zu können, kann uns unterstützen, „Neues" auszuprobieren, auch wenn es dem Teil von uns, der ans Alte gewohnt ist, nicht passt, Neues reinzulassen.

Die Herausforderung

Die Erfahrung zeigt, dass sich alte Glaubenssätze, die sich bei uns verfestigt haben, solange wiederholen, bis wir etwas gelernt haben: Das ist unsere Herausforderung. Wir können uns fragen, was der Sinn des Ereignisses ist, wo sich unsere alten Glaubenssätze immer wieder wiederholen: „Warum werde ich immer wieder verlassen?" „ Warum verliere ich immer wieder meinen Job?" „Warum habe ich immer wieder Geldmangel?"

Die Erfahrung zeigt, dass, wenn wir uns zulange mit dem „Warum" beschäftigen, wir uns selbst damit wieder blockieren. Es scheint nicht so sehr um die Beantwortung der Warum-Frage zu gehen (eigentlich gar nicht) als vielmehr darum, dass wir die Bereitschaft zeigen, etwas anderes zu leben, auch wenn wir nicht wissen, wie.

Oft reicht es, den hinter einem leidvollen Ereignis stehenden Glauben herauszufinden und ihn zu drehen. In dieser Umdrehung finden wir dann unsere Übung, unsere neue Aufgabe. Es scheint, wenn wir diese Aufgabe erfüllt haben, dass dann die alten Glaubenssätze verschwinden oder zumindest nicht mehr so ein Gewicht in unserem Leben haben wie zuvor.

Mögliche neue Glaubenssätze

Ich bin liebenswert, so wie ich bin.

Ich werde bedingungslos geliebt.

Geld fliesst mir in Fülle zu.

Wir können auch die Diskrepanz zwischen Altem und Neuen in den neuen Glaubenssatz einbauen:

Ich werde geliebt, auch wenn ich nicht immer „lieb" bin.

Für mich ist jederzeit gesorgt, auch wenn ich manchmal faul bin.

Ich gebe jederzeit mein Bestes - auch wenn ich von „meinem Besten" manchmal eine andere Vorstellung habe.

Das Kreieren neuer innerer Bilder

Es hilft, wenn wir uns zu den neuen Glaubenssätzen ein entsprechendes neues Bild kreieren. Zur Erinnerung: die alten Glaubenssätze sind gekoppelt an alte Erfahrungen, die für uns schmerzhaft waren - und diese Erfahrungen sind tief in uns als Bilder verankert. Mit Hilfe von den neuen Bilder, die wir uns verinnerlichen, verlieren die alten an Kraft - und aus den neuen können wir jetzt frische Kraft tanken.

Die Wahl

Wenn wir lange genug geübt haben, unseren alten Verhaltensmustern neue gegenüberzustellen, kommen wir allmählich in eine Wahl: dahin, wo wir die Freiheit haben, so zu reagieren, wie wir es wollen.

Nehmen wir an, unser altes Verhaltensmuster war, „ein lieber Knabe" oder „ein liebes Mädchen" zu sein, und damit haben wir verbunden, dass wir jederzeit „ja" sagen müssen. Im neuen Verhaltensmuster üben wir uns nun in der Abgrenzung, darin, dass es in Ordnung ist, auch „Nein" zu sagen.

Wirklich in die Freiheit kommen wir, wenn wir gelernt haben, dass beides, „ja" und „nein" gleichwertig ist und wir in jeder Situation uns entweder für „ja" oder „nein" entscheiden können - je nachdem, was unsere Wahrheit in dem Moment ist.

Die Ebene der Beziehung

Die männliche und die weibliche Energie

Wenn ich im folgenden von „Mann" und „Frau" spreche, meine ich damit eher die „männliche" und die „weibliche" Energie. Als Mann und als Frau haben wir beide Energien in uns. Gerade als individuelles Wesen ist es wichtig für jeden einzelnen, herauszufinden, welche Anteile er/sie entwickeln will, um erfüllt zu leben.

Als Mann und Frau sind wir Menschen und haben oft sehr ähnliche Herausforderungen, die das Leben uns stellt. Allerdings scheinen Mann und Frau von Natur aus andere Verhaltensweisen an den Tag zu legen.

In der Beziehung ist es hilfreich, zu überprüfen, wer welche Energie vorwiegend leben will, da es oft problematisch ist, wenn beide Partner beispielsweise „männlich" leben wollen: Die Beziehung ist dann von Autoritätsproblemen geprägt, von Streitigkeiten darüber, wer jetzt recht hat. Auch wenn beide Partner vor allem „weiblich" leben, kann es Konflikte geben: Beide sind dann oft so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass der Halt und die Sicherheit, nach der in einer Beziehung gesucht wird, verloren geht.

Gegensätzliches in der Mann/Frau - Energie

Hier drei Gegensätze, wie sie John Gray in seinem Mann-Frau-Buch (Frauen sind anders/Männer auch) beschreibt:

 

Männer wollen

  • Herausforderungen annehmen
  • tun

 

Frauen wollen

  • unterstützt,getragen sein
  • sein

 

Männer brauchen

  • Rückzugsmöglichkeit
  • ihre „Höhle"

 

Frauen brauchen

  • Möglichkeit der Kommunikation
  • das Wissen, der Partner ist „da"

 

Männer

  • meinen, was sie sagen

 

Frauen

  • testen oft ihre Männer

Was uns in der Beziehung verletzen kann

Wenn wir um diese natürlichen Unterschiede nicht wissen, kann es vorkommen, dass wir uns verletzt fühlen - wieder aufgrund von Missverständnissen:

Wenn beispielsweise ein Mann nicht weiss, dass seine Frau ihn braucht, wenn sie sich alleine oder krank fühlt, weil er davon ausgeht, dass er in dem Falle am liebsten seine Ruhe hätte, kann dies die Frau sehr verletzen. Sie ihrerseits könnte ihn dann „testen", indem sie ihn angeblich wegschickt, z.B. auf eine Vereinsreise, obwohl ihr Wunsch wäre, dass er bei ihr bliebe. Der Mann geht dann vielleicht, weil er nicht versteht, dass seine Frau das Gegenteil von dem möchte, was sie sagt und versteht die Welt nicht mehr, wenn sie ihm später vorwirft, dass er sie alleine gelassen hat!

Was uns in Beziehungen heilt

Was uns heilen kann, ist das Wissen, dass der Partner anders ist als ich. Wir können uns üben, ihn einerseits so zu nehmen wie er ist und andererseits uns dem Partner so hingeben, dass wir ihm entgegenkommen:

Als Mann könnte ich, selbst nach einem harten Arbeitstag, bevor ich mich hinter der Zeitung verstecke, die erste Zeit des Heimkommens der Frau widmen und ihr zuhören, wie es ihr tagsüber ging.

Als Frau könnte ich, wenn ich mich beim „Testen" ertappe, üben, das zu stoppen und mein wirkliches Wollen in einem Wunsch zu formulieren und dem Mann den Wunsch preiszugeben: „Es fällt mir zwar schwer, Dir zu sagen, dass ich möchte, dass du bei mir bleibst übers Wochenende, aber das ist die Wahrheit. Bitte, bleib."

Diese neuen Verhaltensweisen kosten uns oft viel Überwindung, weil - und hier kommt unser Persönliches wieder zur Anwendung - wir Mühe haben, alte Verhaltensmuster aufzugeben und Neues einzuüben.

Auch in diesem Fall hilft das Einüben von neuen Glaubenssätzen:

  • Ich darf meine Wünsche äussern und vertrauen.
  • Ich vertraue.
  • Ich diene und bin (trotzdem) selbstständig.

Was unsere Beziehungen nähren kann

Manchmal hilft es, den Bereich „Beziehung", in dem wir stecken, so anzuschauen wie wir ein Lieblingskind von uns anschauen würden. Wir können uns dann fragen:

  • Was dient jetzt der Beziehung?
  • Was kann ich tun, damit die Energie in der Beziehung wächst?

Es kann auch hilfreich sein, vor einem Schritt, den wir tun wollen, uns zu fragen, ob dieser Schritt der Beziehung eher dient oder schadet.

Oft findet sich die Antwort dann schnell ein - wenn nicht, können wir uns dasselbe nochmals fragen - und dann unser Herz sprechen lassen: Wenn unser Herz die Antwort wüsste, was würde es sagen?

Die Ebene des Familiennetzes

Das Familiensystem

Manchmal ist es einfacher, Probleme auf der Ebene des Familiensystems anzugehen. Es ist das Verdienst Bert Hellingers, dass er diese Methode bei uns auf breiter Basis bekanntgemacht hat.

Zu einem Familiensystem gehören in der Regel die Kinder, die Eltern und ihre Geschwister, die Grosseltern und alle, die für irgend jemanden innerhalb des Systems Platz gemacht haben (beispielsweise frühere Partner). Innerhalb dieses Systems scheint es nun Ordnungen verschiedener Arten zu geben. Generell gilt die Ordnung, dass der ältere gibt; der jüngere nimmt, mit anderen Worten: Das frühere hat Vorrang vor dem späteren.

Was verletzt uns innerhalb des Familiensystems?

Wenn diese Ordnungen nicht eingehalten werden, kann das Folgen haben, in dem Sinne, dass Mitglieder des Systemes leiden, ohne dass ihnen das bewusst ist. Nehmen wir an, ein Mann hat seine Verlobte verlassen und eine andere geheiratet, so bleibt die Verlassene oft ungewürdigt - ohne Platz - zurück. Die Verlassene gehört aber dem System des Mannes an - und, ohne dass jemand das weiss, nimmt ein später Geborenes, normalerweise ein Kind des Mannes, den Platz dieser Verstossenen ein. Niemand versteht, weshalb dieses Kind nun mit seltsamen Problemen belastet ist, dass es sich beispielsweise der Mutter gegenüber ablehnend verhält.

Was heilt uns innerhalb des Familiensystems?

Wenn wir beginnen, die innewohnende Ordnung eines Familiensystems wieder zu achten, uns und anderen Mitgliedern des Systems den Platz gewähren, der uns und ihnen zusteht, hat dies auf alle eine heilende Wirkung.

Eine gute Möglichkeit, diese Ordnung herauszufinden, ist das Aufstellen des Familiensystems. Wir stellen dabei - mit Hilfe eines Therapeuten - für alle Mitglieder Stellvertreter auf. Diese werden dann so umgestellt, bis die Person, für die aufgestellt wird, zufrieden ist und - im besten Falle - ihre Ordnung gefunden hat. Diese Ordnung lässt sie jetzt auf sich wirken - mit all den Wirkungen, die sie auf ihr Alltagsleben dann haben wird.